Spiele, die sich ausschließlich an Erwachsene richten, waren noch vor einigen Jahrzehnten Randerscheinungen. Heute liegen sie allgemein im Trend, setzen jedoch auch einen verantwortungsbewussten Umgang damit voraus.
Galten ehemals einige Karten- oder sogar einzelne Brettspiele noch zu den Freizeitbeschäftigungen, die sich vornehmlich nicht an Kinder richteten, von diesen aber dennoch ohne Bedenken gespielt werden konnten, so hat sich seit Ende des 20. Jahrhunderts ein grundlegender Wandel vollzogen. Die verschiedenen Zweige der Spielindustrie bieten kontinuierlich zahlreiche Produkte an, die für Jüngere nicht geeignet sind und sich zielgerichtet an dem Bedarf erwachsener Konsumenten orientieren. Ein gewisser Spieltrieb ist in der Regel unabhängig vom Alter vorhanden. Viele Mannschaftssportarten, die von allen Altersgruppen praktiziert werden, dienen oftmals einfachen Gestaltungsmöglichkeiten der Freizeit und gründen auf einem Reiz, spielerisch einen Gegenpol zu den ernsteren Anforderungen des beruflichen und privaten Alltags zu bilden.
Auf manchen Partys sorgen spezielle Gesellschaftsspiele für Stimmung und Unterhaltung, wenn etwa das Regelwerk den Alkoholgenuss zum Ziel hat. Gelegentlich liefern hierbei bekannte Familienspiele die Grundlage für den Spielvorgang und werden lediglich entsprechend umgeändert. Schon durch dieses Prinzip sind derartige Spiele für Erwachsene gedacht. Aber auch ohne Alkohol kann eine Thematik vorhanden sein, die für Minderjährige nicht oder nur bedingt geeignet ist, wie etwa die Art des Humors oder Bereiche der Erotik. Im Mittelpunkt der variantenreichen Party-Spiele steht der in einer Gruppe gemeinsam erlebte Spaß. Zudem soll nicht selten durch die sich bietende Abwechslung für Auflockerung gesorgt werden.
Ein weiteres Beispiel zur Freizeitgestaltung für Erwachsene findet sich auf dem Gebiet der Videospiele für Konsolen und Computer, die ähnlich den Spielfilmen einer gesetzlichen Kennzeichnungspflicht bezüglich der Altersfreigabe unterliegen. Einige der Spiele, ungeachtet einer möglichen Mitspielerzahl, eignen sich aufgrund des Inhalts und der Darstellung von Gewaltszenen oder sexuellen Anspielungen nicht für Kinder und minderjährige Jugendliche. Im Gegensatz zu den Party-Spielen mit Alkohol, bei denen durchaus die Möglichkeit einer negativen Auswirkung für den Körper besteht, werden hierbei vor allem eventuelle psychische Gefahren als relevant angesehen, eine Alterseinstufung allein für Volljährige zu rechtfertigen. Gewisse visuelle Einflüsse könnten sich im Zweifel ungünstig auf die Entwicklung von Heranwachsenden auswirken. Im Einzelfall sollte auch bei Erwachsenen je nach Persönlichkeitsstruktur auf ein mögliches Suchtpotential beim Gebrauch von Videospielen geachtet werden.